Heer mit dem Rad!

posted by Alec

heer_mit_radDa poppt gerade in den Medien durchs ganze Land eine Diskussion auf, betreffend unsere bemitleidenswerten Grenzschützer an der Schengen-Binnengrenze. Nun, ob das ganze Unternehmen noch sinnvoll ist, klären Umfragen wie diese beim Standard.at, aber uns fällt da noch etwas anderes auf: Die munteren Recken fahren auf vielen Pressefotos munter Rad! Das freut uns einerseits, Velosophen in Uniform – aber andererseits: Muss es gerade diese Uniform sein, es gäbe doch andere Möglichkeiten?

heer_rotkreuzGerade mal neun (9!) Menschen, die sich verständlicherweise nach Sicherheit und Wohlstand im Land der Berge sehnten, wurden von der Ein- und Aufgreiftruppe in einem ganzen Jahr – nun ja – aufgegriffen. Neun zuviel, aber dennoch eine eher uneffiziente Bilanz. Weitaus sinnvoller, menschenfreundlicher und schmucker ließe es sich in anderen Uniformen radeln! Wenn denn schon der Reiz der Uniform aufs jeweils andere oder gleiche Geschlecht unverzichtbar scheint, wieso nicht eine sozial weitaus angesehenere, in hübscherer Farbgebung und ohne Drill?

heer_postboteSo schmückt sich zetbe die Rot-Kreuz-Truppe im schönen Muggelspree (Berlin) mit CI-farbigen Radhelmen und pedaliert für die Gesundheit der Mitmenschen. Und allerorts hat ja eine andere Berufsgruppe schon traditionell Fahrrad, Uniform, Bürgernähe und Briefgeheimnis aufs beste verknüpft. Tauscht Khaki gegen Sonnenblumengelb, liebe SoldatInnen, und bringt uns nur gute Nachrichten! Postbote statt Posten stehen, meint Velosophie! Sattelt um!

Obwohl und gerade weil Bewegungsmangel anscheinend im österreichischen Heer stark vetreten ist: “Rund 200 Soldaten und zivile Bedienstete nutzten die Gelegenheit, gemeinsam etwas Zeit außerhalb des Büros zu verbringen” schrieb das Verteidigungsministerium 2008 über seinen 2. Radtag. “Denn die körperliche Betätigung ist ein guter Ausgleich zum täglichen Sitzen vor dem Computer.” So ist es, mustert bei der Post an, Kameraden!

4 responses to “Heer mit dem Rad!”

  1. Pulsinger says:

    … ich war auch im grenzeinsatz, nur bei uns gabs keine räder mehr,da dem kommando zuvor
    alle 3(drei!!)”kampf-bikes” von illegalen gestohlen und zur flucht benutzt wurden und erst monate später in einer großstadt wieder aufgetaucht sind ;-)

  2. Thomas says:

    Ist ja witzig, ich wollte vor ein paar Wochen schon mal einen Blogeintrag über meine Bundesheerzeit schreiben. Damals war ich Forsttruppkommandant *yeah* über 4 Grundwehrdiener. Gemeinsam hatten wir die Aufgabe den Borkenkäferbefall etwas einzudämmen, was darin mündete, dass wir eigentlich nur das ganze Jahr von früh bis spät Fichten gefällt haben.
    Und um aufs Thema zu kommen: Mir wurde damals ein Waffenrad zur Verfügung gestellt, das ich immer dann verwendete, wenn ich nicht gemeinsam mit den Wehrmännern in den Wald gefahren bin, sondern alleine, um Bäume auszuzeigen oder andere forstliche Taten zu setzen. War eine sehr schöne Zeit 94/95.
    Gegen Ende meiner Dienstzeit war dann vorne der Reifen auf der Lauffläche von der Bremse schon durchgearbeitet, sodass eine große Schlauchblase aus dem Loch drang, was beim Fahren recht lustig holperte… allerdings nicht lange.

  3. Tuto says:

    Grundsätzlich find ich’s super, wenn das Bundesheer junge Leute aufs Radl bringt – vielleicht kommt ja der eine oder andere auf den Geschmack. Ich war selbst im Burgenland an der Grenze, aber bei uns gabs keine Radln – schade. Den jungen Leuten zu sagen, sie sollen bei der Post anheuern ist übrigens nicht besonders gscheit: die sind ja nicht freiwillig und hauptberuflich im Burgenland an der grenze, sondern weil es in Österreich (leider immer noch) eine Wehrdienstpflicht gibt (der man zugegebenermaßen mit Zivildienst entkommen kann).

  4. anna says:

    Sehr nett. Die radelnden Grenzerfotos sind mir auch schon aufgefallen. Einmal hab ich sogar ein Wiener Dienstfahrrad gesehen (ja, sowas gibt’s!): http://2.bp.blogspot.com/_80uqRhDtP2g/SpDREh157fI/AAAAAAAAAp4/bZ7qad1eKnQ/s1600-h/P8210011_small.JPG

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