Ice-Cycling in Berlin
posted by Alec
Die tiefsten Temperaturen an der Spree seit 30 Jahren? Die beste Zeit für einen kleinen Besuch in der Rad-Szene von Berlin? So kalt sei es ewig nicht mehr gewesen, meint Benno Koch, bis vor kurzem Radverkehrs-Beauftragter der Stadt Berlin und noch lange Mr. Radverkehr in der deutschen Hauptstadt. Am kältesten Tag des Jahres habe er extra eine Radtour gemacht – und nun gleitet Velosophie durch die kälteste Berliner Nacht seit der Wende: minus 21 Grad!
Die Stadt ist von dicken Eisschichten bedeckt, die Flüsse und Kanäle dick und schlittschuhgerecht zugefroren. Schlittern ist auch für Radfahrende eher angesagt als fahren. Zumindest auf den Radwegen, die man unter den arktischen Kratern nur erahnen oder auf zentimeterbreiten Schneisen befahren kann. Um der dauernden Gefahr des Eissturzes zu entgehen, ist Fahrbahnbenützung zu empfehlen, ohnhin die sicherste Form des städtischen Radfahrens. Die Übernahme der Regel der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, Radwege als erstes zu räumen und erst dann die KFZ-Fahrbahn, ist wohl in Berlin ebenso wie auch in Wien noch weit entfernt.
Dennoch entfaltet die Stadt ihren eisigen Charme, die Kreuzberger Kneipen haben auch innen kaum mehr als Kühltemperatur, bevor sich die Buden proppenvoll füllen. Aufwärmen läßt sichs tagsüber am Besten bei fahrradaffinen Gesprächen in Locations wie der Anlaufstelle #1 für Alltagsradler, der Radspannerei in Kreuzberg, oder dem Keirin Cycle Culture Cafe. Hier wird internationale Track-Bike-Kultur - “Fixie sei ein zu niedliches Wort” laut Mitbetreiber Mo – hochgehalten, die Winterflaute durchtaucht und dem Berliner 6-Tage-Rennen entgegengefiebert. Auch wenns eigentlich ein Oktoberfest für Bahnradsport-Großfamilien sei, bleibt der Rummel ein Muss - sogar Freunde aus Japan, der Wiege der eher heftigen Bahnrad-Variante Keirin, haben sich angekündigt. Bis dahin bleibt noch Zeit für Tratsch über die nicht enden wollende Fixie-Beschlagnahmnungsoffenive der Berliner Polizei …





