Prost, Mahlzeit – 15 Jahre Radfahrverbot!
posted by inga
Zwei, drei Bierchen, dann gemütlich heimradeln. Hand auf’s Herz, das hat jeder schon mal gemacht. Ist jetzt ja auch nicht soooo schlimm – zumindest wenn man noch geradeaus schauen kann. Denkt man sich. Und allemal besser, als in einem solchen Zustand Auto zu fahren. Don’t drink and drive, schon klar, macht man nicht, aber mit dem Radl besteht ja kaum die Gefahr, daß ich jemanden tödlich verletze. Abgesehen von mir selbst, vielleicht. Meint man.
Dennoch kanns dekadenlanges Radfahrverbot hageln, zumindest für einen deutschen Studenten!
Auch die österreichische Polizei sieht das angeheiterte Radfahren (nennen wir’s jetzt mal ganz freundlich so) eher entspannt. Erwischt sie einen, kanns eine zwar nicht unsaftige Geldstrafe setzen. Aber erst wer wiederholt und mit einem erwachsenen Alkoholspiegel von mindstens 0,8 Promille ertappt wird, muß damit rechnen, seinen Führerschein eine Weile lang nicht wiederzusehen.
Unsere piefkinesischen Nachbarn halten von dieser Weichspülvariante offensichtlich wenig. Schlecht für Christopher Hahn, einen 24-jährigen Studenten aus dem pittoresken Gießen. Als dieser sich nach einer feuchtfröhlichen WG-Party mit satten 1,7 Promille im Blut auf seinem Bike gen Heimweg macht, entgeht seine “interessante” Fahrweise dem Auge des Gesetzes nicht. 500 Euro Geldstrafe. Aua.
Wenige Monate nach seinem Faux Pas flattert dem jungen Wilden ein Bescheid ins Haus: er solle zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU), im Volksmund auch Idiotentest genannt. Christopher denkt sich (sinngemäß) “Was’n Scheiß! Der ist doch nur für Autofahrer und ich hab’ ja nicht mal ‘nen Führerschein” – und tritt nicht an. Ebenso auf seiner Ignore-Liste: die nachfolgenden Mahnungen.
Was er schließlich nicht mehr ignorieren kann, ist das, was dann folgt: Völlig im Einklang mit deutschen Gesetzen verhängt die Gießener Fahrerlaubnisstelle ein für 15 Jahre bestehendes amtliches Fahrverbot für alle “fahrerlaubnisfreie Fahrzeuge”. Darunter fallen übrigens nicht nur Fahrräder, sondern u.a. auch Tretroller, Skateboards und Bobby Cars. Laut eigenen Aussagen schwingt sich Christopher dennoch weiter auf’s Rad, und das kostet ihn, wird er erwischt, jedesmal 25 Euro Buße.
Als einziger legaler Ausweg bliebe ihm jetzt noch ein echtes Roß statt einem aus Stahl. Tier als Fortbewegungsmittel sind ihm noch erlaubt.
Wie haltet ihrs mit dem Thema Alkohol am Lenker? Gebt hier eure Stimme – statt eurem Deckel – ab, bei unserer aktuellen Velovote!





Du kannst dich auf mich verlassen.
Sags aber bitte nicht weiter…hab einen Ruf zu verlieren.
Du bist sozusagen eine wandelnde DDR-Exklave auf österreichischem Grund. Deswegen also hast du den Weg nach Dresden über die CSSR gewählt, langsam wird mir alles klar.
Wenn man Fruchtsaftis länger stehen lässt, dann bilden sich ja auch diverse Ethanole Methanole whatever, aber du lebst ja ohnehin mit einem gewissen Standard-Mindestdamenspitzerl, auch ohne Zufuhr entsprechender Substanzen, a Naturrauschkugel quasi.
Ich wurde von den Singlespeedern Deutschlands auf Grund meiner phänomenalen Bikeleistungen(immerhin Singlespeedmountainbikevizeeuropameisterzweitausenundneun) zwangseingebürgert.
Und Alkohol habe ich nur in meiner Sturm und Drangzeit zu mir genommen.
Jetzt erfreue ich mich an Fruchtsäften und Wasser.
Du bist ja schließlich auch ein betrunkener Deutscher, nicht nur wenn du radfährst.
Es gibt ohnehin zuviele betrunkene deutsche Radfahrer.
Selber schuld, wäre er halt zur Untersuchung gegangen.
Tja, das ist aber blöd gelaufen. Ziemlich harte Strafe. Dabei sind 500€ für so ein Vergehen eh schon viel.