The Magic Of Polo
posted by ThomasSeit einer kleinen Ewigkeit, so scheint es mir, befindet sich Radpolo nun schon in der Sommerpause. Die Mailliste schweigt, Spinnen bauen ihre Netze zwischen Waschmaschine und Schläger, jeden Sonntag überfällt mich ein Gefühl der Leere, sobald es Nachmittag wird.
Mit einer Sehnsucht im Herzen, die man nur kennt, wenn man schon mal so richtig verliebt war, blicke ich oft zurück zu jenen Tagen, als Polo in Wien noch in den selbst gehäkelten Babyschühchen steckte, als wir uns gegen kleine französische Streetkids durchsetzen mussten, die dachten, der Fußballkäfig wäre zum Fußball spielen da.
Damals waren wir noch fern jeder spielerischen Klasse, Liga, wie manche sagen. Pässe funktionierten nicht, Torschüsse funktionierten nicht. Wir waren ein Windspiel ziellos auf einem Platz herumradelnder, einem bunten Ball nachhetzender, mühsam Mindestregeln einhaltender Gefahrenquellen, die offensichtlich Spaß an ihrem Treiben hatten.
Was ja letzten Endes auch das Wichtigste ist, das mit dem Spaß. Learning by doing and fun having so to say. Dies ist ein äußerst erfolgreiches Konzept, denn mittlerweile, immer noch am steinigen Pfad der blutigen Sohlen wandelnd, erreichen 2 von ca. 5 Pässen – +- 4 – bereits den tatsächlich Sekundenbruchteile zuvor auserwählten Spielpartner, der fortan unter dem enormen Druck steht, den unter Anstrengung eingeleiteten Spielzug nicht durch seine geistige oder körperliche Unfähigkeit im tiefen Schlund der Belanglosigkeit zu versenken.
Jedes Spiel ist gekennzeichnet durch das anfängliche Abstimmen der Spieler aufeinander. Spielzüge klappen gut in der Aufwärmphase, solide Taktiken bestimmen den Ablauf.
Doch dann passiert meist etwas, das uns in höhere Gefilde katapultiert. Der Ball läuft nicht mehr wie zufällig einem von uns vor den Schläger, nein, Ball, Schläger, Rad und Mensch werden zu einem verwobenen Ganzen, das Dinge geschehen lässt, die man kurz zuvor noch nicht zu träumen wagte.
Ein Fluß entsteht und alle Spieler am Platz sind Protagonisten einer Show, an deren Ende jeder mit verklärtem Lächeln, zittrigen Fingern und unbändigem Mitteilungsbedürfnis zum enthusiasmierten Fachsmalltalk an den Platzrand zitiert wird.
“Unglaublich, wie schnö mia heit wieda san.”
“Wahnsinn, des Zaumspü is großartig heit!”
“Supa Treffa, hätt i ma net docht, dass der nu einegeht.”
Polo lässt unsere Fertigkeiten aufblühen. Wo andere absteigen, kämpfen wir noch um jeden kleinen Centimeter, der dem eigenen Team vielleicht den entscheidenden Vorteil bringt. Polo ist nicht nur schnell und von schnellen Kontern geprägt, es spielt sich auch sehr viel im quasi stehenden Kampf um den Ball ab. Hält das Gleichgewichtsgefühl? Hinter mir, Freund oder Feind? Direktschuß möglich? Geschärfte Sinne und Gefühl für das Rundherum sind die Folge, irgendwann zumindest…
Und so sitze ich nun da, aktualisere regelmäßig den Posteingang und weine still in mich hinein, wenn wieder ein Sonntag vorüberging, der nicht der Magie geweiht war. Doch jeder Urlaub hat ein Ende, jedes Ende ist auch ein Anfang. Die nächste Stufe auf der Treppe zur magischen Vollkommenheit steht kurz bevor und dann heißt’s wieder Zittern, Lächeln, Spaß haben und .. ach was, einfach nur spielen.








Juchee! Mein Dasein hat wieder einen höheren Sinn..
thomas, weine nicht mehr, diesen sonntag wirds was werden! lets play polo! auf dass “Ball, Schläger, Rad und Mensch zu einem verwobenen Ganzen” werden – oder eher zu einem verworrennen knäuel, wie doch eher öfter…
sundog, 4re, messeplatz!