Weihnachtsfahrrad- Fahrradsweihnacht
posted by ThomasManchmal ist es ja echt ein Käse, über Dinge schreiben zu wollen, zu denen mir nichts, aber schon rein überhaupt gar nichts einfällt. Z.B. etwas Velosophisches zum Thema Weihnachten. Ehrlich jetzt, was würdet ihr da schreiben? “Klar!” sagte ich zum Herrn Chefradakteur, “überhaupt kein Problem, ich zutzel mir was aus den Fingern.” Ich gehe nicht so weit, es eine Schreibblockade zu nennen, aber bissi zäh ist es schon. Fahr-rä-der – Weih-nach-ten – Hölle! Gerade eben dachte ich darüber nach eine Kerze auf mein Fahrrad zu stellen, sie anzuzünden und mich mit verklärtem Lächeln daneben zu stellen, um so eine Art Weihnacht am Fahrrad-Hansi-Hinterseer-Lookalike-Grußkarte zum Selbstausdrucken und Ausschneiden zur Verfügung zu stellen, mit schönen Grüßen von der Velosophie. Aber ehrlich, ihr hättet mich alle aus der Karte geschnitten und für sowas geb ich mich dann doch nicht her.
Eine andere Möglichkeit, die sich kurz meines Geistes bemächtigte, war die Idee, tagesaktuelle Geschehnisse anzuführen, darüber zu lamentieren, wie schlecht doch die Welt ist, im Großen wie im Kleinen, und unterschwellig in jedem zweiten Satz darauf hinzuweisen, dass Weihnachten eh nur noch ein Geschäft ist oder in vielen Menschenköpfen nicht mehr wahrgenommen geschweige denn geschätzt wird. Diesen Einfall habe ich sehr schnell verworfen, wer will schon die Worte Al-Kaida, Mexiko, Afghanistan, Israel, beliebig fortsetzbar, in einem Weihnachtsartikel lesen. Ich wenigstens nicht. Und schreiben will ich sie auch nicht, zumindest nicht nochmal.
Gestern abend dann die zündende Idee: Eine Weihnachtsgeschichte wie sie rührseliger nicht sein kann, ein kleines, graues Fahrrad, eingesperrt seit Jahren im Keller, erzählt die bewegende Geschichte seiner Befreiung. Gemeinsam mit einem alten Tretroller, ein paar von Sprüngen durchzogenen Teetassen, zwei vergilbten Velosophieausgaben in einem ig-fahrrad-Sackerl und einer vergammelten alten Puppe in einem weißen Kleidchen, sprengt das von jedermann unterschätzte kleine, graue Fahrrad die stagnierende Existenz und bildet mit den oben genannten Kameraden eine Phalanx des weihnachtswunderlichen Ausbruchs. Rentiere hätte ich zum Schluß auch noch eingefügt, wohl wissend, dass es sich dabei um kulturfremdes untraditionelles Volksgut handelt. Aber Kitsch ist halt grenzenlos, vor allem, wenn man bedenkt, dass sich die vergammelte Puppe im Zuge der Geschichte als das leibhaftige Christkindl herauskristallisiert hätte. Es wäre dann übrigens am vordersten Rentier des Gespanns am Roten Platz in Moskau eingeritten und von den zuständigen Behörden wieder in einen Keller geworfen worden, um den Kreislauf des Lebens, im Sinne der oben erwähnten zweiten Idee, nicht allzu positiv ausfallen zu lassen und somit dann doch wieder das Tagesaktuelle nicht außen vor zu lassen. Nicht nachvollziehbar, wenn man es so aus dem Kontext gerissen lesen muss, wie Du, mein lieber Leser, nicht zuletzt deshalb, weil die Geschichte ja gar nicht existiert, denn ich verwarf ja sie zu schreiben. Das ist zwar schade, aber bittere Wahrheit.
Naja, dann schon lieber das Kerzerlfoto in der Hoffnung, dass ihr Weihnachten unbelastet und mit tatsächlich frohem Herzen verbringen könnt. Ich wünsche euch viel Ruhe, viel Schönes und vor allem viel Gutes!







Sobald ich ein paar Fotos hab gern
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Stimmt! Da ließe sich zweifellos auch eine schöne Weihnachtsgeschichte drum herum stricken.
Auf auf!
Schade um die nette Geschichte. Aber man kann sich ja auch selbst was ausdenken… Ich z.B. bin seit einem Jahr wieder mal nach Hause gekommen und das erste was ich gesehen hab: ein paar neue absperrbare Fahrradkäfige am Bahnhof und endlich mal ordentliche abstellanlagen. Also wenn das kein nettes Weihnachtsgeschenk ist
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