Velovote: Rausch am Rad – wie hältst du das?
Inga meint in ihrem Blogbeitrag : “Zwei, drei Bierchen, dann gemütlich heimradeln. Hand auf’s Herz, das hat jeder schon mal gemacht.” Und ja, so halten es wohl viele AlltagsradlerInnen. Zum einen liegt die gesetzliche Höchstgrenze erst bei 0,8 Promille, zum andern ist (leicht) alkoholisiert radeln eher eine geringe Gefahr für andre Verkehrsteilnehmer – vor allem im Vergleich zum angedüselten Lenken eines KFZ. Wie geht ihr mit der Entscheidung um: Drink and ride?
Die Rechtssituation ist relativ eindeutig für Alkohol am Lenker: Erst ab 0,8 strafbar, Führerscheinentzug nur bei schwerem oder wiederholtem Vergehen, bei offensichtlicher Fahruntüchtigkeit aber auch unter 0,8 ein Grund für eine Polizeistrafe – wie Rechtsanwalt Dr.Pepelnik zB hier darlegt. Die persönliche Entscheidung, sich an diese Vorgaben zu halten, spielt wohl mit anderen Argumenten: Dem subjektiven Eindruck der Fahrtüchtigkeit (ist ja auch bei KFZ-Lenkern nicht anders); Dem Wissen, dass man als alkoholisierter Radfahrender wohl kaum für Verkehrsunfälle sorgen wird, die andere schwer in Mitleidenschaft ziehen können (anders als im motorisierten Bereich, wo Anfang 2009 die tödlichen Unfälle durch Alkohol deutlich anstiegen); Dem Ignorieren der sehr wohl anstehenden Gefahren für sich und andere.






Ich kann die nüchternen Motorwagenlenker eigentlich nur noch im Rausch ertragen ;- ). Ausserdem hat mir mal ein Sportstudent gesteckt, dass mäßiger Alkohogenuss durchaus leistungssteigernd wirkt. Im übrigen ist das mit der Selbst- bzw Fremdgefährdung Quatsch, wenn man nämlich andere Verkehrteilnehmer zum Ausweichen nötigt und so z.B. ein ausweichender vollbesetzter Schulbus mit einem Tanklastzug kollidiert weil einer von beiden einem Besoffenen ausweichen mußte. Alles klar? Ich glaub nach dieser krassen Textarbeit gönn ich mir das nächste 5l-Gebinde Chateau de Cravall.
Schöne Sonntagsgrüße
Mick
DON´T DRINK AND DRIVE! l
Alkounfälle mit KFZ, Jänner bis Oktober 2009 (in Klammer Anteil an Unfällen insgesamt)
Österreich: 2.016 (6,4 Prozent)
Burgenland: 69 (9,3 Prozent)
Vorarlberg: 125 (8,2 Prozent)
Salzburg: 172 (7 Prozent)
Niederösterreich: 358 (6,7 Prozent)
Steiermark: 351 (6,6 Prozent)
Tirol: 210 (6,4 Prozent)
Kärnten: 150 (6 Prozent)
Oberösterreich: 365 (5,7 Prozent)
Wien: 216 (5,6 Prozent)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2009
Tja, wenn es sich vermeiden lässt, fahr ich nicht alkoholisiert Rad. Hab mich leider schon selbst mal recht leichtsinnig erlebt, was gerade in der Nacht durch die schlechtere Sicht nicht immer gut ausgehen muss. Auf meine Selbsteinschätzung verlasse ich mich daher alkoholisiert lieber nicht (Stichwort Übermut und langsamere Reaktion). Seitdem trink ich vielleicht ein Bierchen, aber mehr nicht.
Tolles letztes Bild, übrigens
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Auch im Rausch ist das Rad dem Auto weit überlegen. Das Auto hat durch seine grössere Masse und Geschwindigkeit rein pyhsikalisch ein vielfaches an Gefährdungspotential (Faktor 10 – 100 !!)
Das gilt umsehr für betrunkene LenkerInnen. Betrunkene RadfahrerInnen gefährden sich primär selber, betrunkene AutofahrerInnen gefährden primär andere.
Das soll kein Schönreden sein, total betrunken mit dem Rad zu fahren, aber bei sehr vielen HeurigenbesucherInnen würd ich mir echt wünschen, sie würden mit dem Rad nach Hause fahren und nicht mit dem Auto.